Feuer und Regen – Von Melbourne nach Brisbane

Feuer und Regen – Von Melbourne nach Brisbane

17.2.2020:
Die Reise beginnt – mit einem Besuch in der BMW Werkstatt in Melbourne South Bank. Mein Mietmotorrad bedarf der Zuwendung durch einen kundigen Teiletauscher, der die Beleuchtungseinheit meines fahrbaren Untersatzes wechselt. In Tasmanien hat mich die Fehlermeldung nicht weiter gestört, und sie würde es wohl auch künftig nicht, aber der korrekte Deutsche in mir weigert sich, mit einer Fehlermeldung im Display entspannt durch die Gegend zu gondeln.

Auf der Strecke von Melbourne nach Brisbane hat es in den vergangenen Wochen erst gebrannt und dann sintflutartig geregnet. Ich bin gespannt, wie sehr sich diese Wetterphänomene auf meinen Trip auswirken werden. Ich bin eigentlich recht gut vorbereitet: Alle Wetterapps, VerkehrsInfoApps, FeuerwarnApps usw. habe ich auf mein Handy geladen und werde da täglich reingucken, um keine dummen Überraschungen zu erleben. Im Fernsehen gibt es auch immer entsprechende Berichterstattungen über die aktuelle australische Katastophenlage.

Aber zur Einstimmung befahre ich zunächst mal die Great Ocean Road, eine 243km lange Strasse , die westlich von Melbourne an der Südküste verläuft. Sie gilt als eine der bekanntesten Scenic Routes bei Touristen in Australien.

Ich beginne an der Meerenge, die Melbourne vom richtigen Ozean trennt, zwischen Sorrento und Queenscliff. Hier bin ich gestern auf der Fähre durchgekommen. Jetzt stehe ich am Fort Queenscliff und denke über die Hitze nach, die hier herrscht: 26 Grad. Die kommenden Wochen werden deutlich heißer als in Tassie, darauf muss ich mich einstellen.

Am Fort Queenscliff

18.02.2020:
Kaum fängt man an, über das Wetter nachzudenken, dann wird es auch schon schlechter. In der Nacht hat es geregnet, doch als ich mich in Torquay aufmache, ist es trocken. Die Freude währt nicht lange, ein großes Regengebiet liegt über der Region. Ich buche mich für 2 Tage in einer Low-Budget Unterkunft mit Mitreisenden-Anschluss, Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad ein. Auf dem Weg klart es kurz auf, so dass ich bei Kennet River rechts in den Eukalyptuswald abbiege. Auf einigen Bäumen tun Koalas das, was sie immer tun, wenn nicht grade der Wald brennt.

Immer schön nach oben schauen

19.02.2020:
Der Sommer an der australischen Südküste ist auch nicht mehr das, was er mal war. 11 Grad, Regen. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Also bleibe ich im Bett und mache die Heizung an. Das ist auch mal schön.

20.02.2020:
Heute sieht es zwar wettermäßig auch nicht besser aus, es zieht mich trotzdem weiter. Einige Aussichtspunkte sind an der Great Ocean Road noch zu finden, und vielleicht wird das Wetter im Westen besser. Die Hoffnung trügt nicht, bei den 12 Aposteln lässt sich die Sonne sehen, damit die Busladungen von asiatischen Touristen auch was zum fotografieren haben. Wegen des Coronavirus sind es aber wohl weniger als sonst, wird mir gesagt. Oha, dann ist es vermutlich zu „Normalzeiten“ hier total überlaufen. Aber die Felsformationen, die der anstürmende Ozean geformt hat, sind wirklich sehenswert. Als Kind war ich auf Helgoland von der „Langen Anna“ begeistert. Hier sind gleich etliche davon. Nur wie man ausgerechnet auf 12 gekommen ist, erschließt sich mir nicht. Wenn diese 60m hohen Kalksteintürme die Apostel sein sollen, dann konnte der Namensgeber nicht besonders gut zählen, denn es sind auch mit gutem Willen doch nur 8!?! Auf Helgoland ist es einfacher, da muss man nur bis eins zählen können.

The 12 Apostles

Am späten Nachmittag erreiche ich Warrnambool, die „Lebenswerteste Kleinstadt Australiens“. Mit dem Wetter kann das nicht zu tun haben. Aber ein gutes Thairestaurant haben sie. Vielleicht ist das der Grund.

21.02.2020:
Ok, nen guten Frisör gibts hier auch. Grizzly Adams. Der Name kommt mir bekannt vor aus dem Fernsehen der 80er Jahre, war das nicht der Name vom „Mann aus den Bergen“? Wenn ich mich richtig erinnere war das ein Einsiedler in Kanada, der sich seine Haare selbst geschnitten hat? Naja, egal, die Frisörin hat zwar keinen deutschen Gesellenbrief, versteht ihr Handwerk aber trotzdem. Jetzt passt der Helm wieder besser. Aus Selbstachtung habe ich davon abgesehen, mir den lokalen sehr populären Haarschnitt namens VoKuHiLa oder auch Mullett genannt, verpassen zu lassen. Aber es scheint trotzdem so, dass dieser Style wieder in Mode kommt, ich habe jedenfalls schon mehrere Leute damit gesehen.

Erst entlang der Küste, dann auf graden Straßen nach Norden steuere ich auf die Grampians zu. Dies ist der südliche Ausläufer der Great Dividing Range, der Bergkette, die ich auf dem Weg nach Brisbane häufiger kreuzen werde. Hier finden sich die MacKenzie Falls sowie vorzügliche Aussichten mit klangvollen Namen wie „Boroka Lookout“, „Pinnacle Lookout“, „Reed Lookout“ und „The Balconies“. Letztere haben wohl zum Entstehen des Begriffes „Death By Selfie“ beigetragen, weshalb hier nun stabile Geländer die Interessierten vom Erklettern der aus dem Berg ragenden Felsbalkone abhalten sollen.

Kaffeepause in den Zumsteins

Während in Amerika die meisten Lookouts direkt mit dem Auto anfahrbar sind, muss hier so mancher Lookout hart erwandert werden. Das strengt an und macht hungrig. Ich übernachte in Halls Gap und freue mich, dass es endlich wieder warm genug ist, um ein Eis essen zu wollen.

Der Film zu dieser Etappe:


22.02.2020: Zum Frühstück erwandere ich die MacKenzie Falls. Es geht 306 steile Stufen runter zum Pool, und die gleichen Stufen wieder hinauf. Gut, dass es morgens noch kühl ist. Die beste Aussicht auf die Wasserfälle hat man aber vom Lookout oben am Rand der Schlucht. Als ich wieder zu meinem Motorrad komme bin ich froh, dass die Strauße hier meinen Helm und meine Motorradjacke in Frieden gelassen haben. Zu nahe darf man der Straußin und den 3 Kleinen nicht kommen, sonst geht Mutti zum Angriff über. Ein indischer Tourist weiß das jetzt auch.

Don’t stand so close to me

Ich verlasse die Grampians und auf graden Straßen steuere ich wieder aufs Meer zu. Ich übernachte in einem einfachen Motel mitten im Coorong Nationalpark. Eigentlich dem einzigen Hotel hier, wenn man es genau nimmt. Immerhin gibt es hier eine ziemlich gute Pizza, die Raymond, der Host, für mich macht.

23.02.2020: Die Geschichte von Hahndorf ist mit der Ankunft des 344-Tonnen-Schiffes Zebra unter Kapitän Dirk Hahn in Port Adelaide am 28. Dezember 1838 verbunden. Er war von seinen deutschen Passagieren so beeindruckt, dass er bei ihrer Ankunft in Südaustralien entschlossen war, ihnen zu helfen. Obwohl Dirk Hahn von der Insel Sylt kommt und mithin ein Däne ist, ist er es, der mit seinem Namen, der die Grundlage für den Namen der Stadt bildet. Die Siedler sollten in Klemzig, Glen Osmond, Lobethal und vor allem in Hahndorf ausgesprochen deutsche Dörfer gründen. Heute ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle vieler Hahndorfer. Viele Gebäude tragen deutsche Namen (Detmold House, Thiele‘s Cottage etc . …) doch hat sich in etlichen Bereichen über die Jahre aus der ehemaligen preußisch protestantischen Kultur die Richtung Bayerisches Hofbräuhaus mit Lederhosen entwickelt. Im mit weiß-blauen Fahnen geschmückten German Arms Hotel bestelle ich ein Zigeunerschnitzel und bin überrascht, dass sich auf den Kartoffeln eine Senfsauce befindet, die ich früher auf Mamas Kochfisch lecker fand.

Zigeunerschnitzel im German Arms Hotel

Später in Adelaide buche ich mich in ein modernes Hotel in der zentralen Melbourne Street für zwei Nächte ein.

24.02.2020: Adelheid Louise Theresa Caroline Amelia von Sachsen-Meiningen, später Queen Adelaide, war eine deutsche Prinzessin, ab 1830 Königin von Großbritannien und Irland, sowie Königin von Hannover. Nebenher war sie unter anderem Namensgeberin der Stadt Adelaide. Die Stadt besteht aus einem von Parkanlagen gesäumten Karree mit knapp 18000 Einwohnern, sowie der umliegenden Agglomeration, die zur Stadt hingezählt wird und die in etwa 1,2 Mio Einwohner umfasst. Die Stadt trägt den Beinamen „festival city“, auch derzeit findet das „The Fringe“ Festival statt. Gestern war auf dem alten Formel 1 Stadtring ein Autorennen. Wegen einer leichten Magenverstimmung habe ich leider die Abendveranstaltung verpasst. Also verlängere ich meinen Aufenthalt schon mal um einen Tag, denn hier gibt es viel zu entdecken.

25.02.2020:
Die Entdeckung des Tages: Vogli Bonze aus Japan, live in der Fußgängerzone. Das Lied hier hat er auch gespielt: https://youtu.be/vq11hecV5XA

26.02.2020:
Ein weiterer entspannter Tag. Um der Sonne auszuweichen, besuche ich das Migration Museum. Während ich da so durch die Ausstellung gehe, bin ich irgendwie nachdenklich: Zwar wird an jedem öffentlichen Gebäude, im Fernsehen und an vielen landschaftlichen Merkmalen darauf hingewiesen, dass man die indigenen Ureinwohner respektieren würde, man sei hier auf dem ursprünglichen Gebiet der XYZ Sprachgruppe Aboriginals, und in deren „The Dreaming“ also den 30.000 Jahre mündlich überlieferten alten Geschichten hätte der jeweilige Ort diese und jene Bedeutung. Allerdings sehe ich Aboriginals ausschließlich auf der Straße in zerlumpter Kleidung, beim Betteln oder in derartigen bemitleidenswerten Situationen. An keiner Supermarktkasse, keinem Laden, keiner Nachrichtensendung auf dem Moderatorenstuhl ist mir bislang ein Ureinwohner begegnet. Es gibt im Fernsehen zwar Fernsehsendungen, in denen die Aboriginals (aus weißer Sicht produziert) im Busch gezeigt werden, wie sie jetzt ganz tolle Sachen machen wie zum Beispiel Malen oder Töpfern. Es wirkt allerdings ziemlich bemüht, und in den Alltag ist die Abwesenheit von Rassismus hier wohl leider ebensowenig eingezogen wie zu Hause. Als weissem Europäer wird mir hier mit viel Offenheit begegnet, denn mit der Mehrheitsgesellschaft hier habe ich äußerlich viel gemeinsam, abgesehen von der Körpergröße. Die Aboriginals aber müssen sich wie Fremde im eigenen Land fühlen.

Als die Europäer nach Australien kamen

Um auf andere Gedanken zu kommen, gehe ich am Abend ins Konzert: Adam Page, der 6malige Gewinner des Fringe Award gibt sich die Ehre. Fazit: Der hat die Awards absolut zu Recht gewonnen! Hier eine Kostprobe: https://youtu.be/oV8EZwLujNg

26.02.2020:
Der Tag beginnt bewölkt. Das ist mir sehr recht, denn heute wird mich mein Weg in Richtung der wärmeren Gefilde im Landesinneren führen.

Auf Wiedersehen, Adelaide!

Nach einem Kaffee auf dem Mt Lofty fahre ich durch Weinberge nach Nordosten. Beim Abstieg vom Mt Pleasant werde ich fast vom Moped geweht….der Wind ist so stark, dass sich in der Ebene dahinter fast ein Sandsturm entwickelt. Ich orientiere mich am Murray River und nach einem Abstecher durch die Outskirts des Outbacks zwischen Renmark und Wentworth kehre ich in Wentworth ein. Die Temperaturen sind heute den ganzen Tag nicht über 30 Grad geklettert – ich hab trotzdem 3 Liter Wasser getrunken und musste nicht anhalten. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie sich 47 Grad im Schatten ohne Schatten auf dem Moped im tiefen Sand im Outback anfühlen!

Sandsturm voraus!

Der Film dieser Etappe:


27.02.2020: Heute komme ich nicht weit. Nachdem ich gestern von Adelaide bis hierher gekommen bin und mein durchschnittliches Tagespensum enorm nach oben verschoben habe, werde ich heute diesen Wert wieder drücken. Den halben Vormittag verbringe ich damit, Smalltalk mit dem Hotelmanagement zu betreiben. Die andere Hälfte des Vormittags geht in der lokalen Bäckerei beim Frühstück rum. Dann schau ich mir noch alle lokalen Sehenswürdigkeiten an: den Zusammenfluss von Darling River und Murray River, einen alten Raddampfer, das alte Gefängnis und auch die Pelikane am Fluss. Nach einer knappen Stunde erreiche ich mein Tagesziel: Das knapp 40km entfernte Mildura. Ich habe mir eine zentrale Unterkunft ausgesucht. „Zentral“ ist hier allerdings ein dehnbarer Begriff: Das schnelle Anfangswachstum der heute ca. 30.000 Einwohner großen Siedlung führte dazu, dass Mildura großzügig und großflächig geplant wurde; dadurch ist die zentrale Deakin Avenue mit 12,1 km die längste gerade Straße des Landes. Und ich bin mittendrin, also 6 km in jede Richtung könnte ich laufen, anders gerechnet sind das 24km Fußmarsch, um sich die Stadt anzusehen. Ich gehe lieber in die Mall. In der Drogerie kaufe ich neues Handdesinfektionsspray und zwei von diesen jetzt sehr modernen Atemschutzmasken, schon mal für den Rückflug. Die Preise für diese Dinger lassen schon Atemnot aufkommen, wenn man ansonsten völlig gesund ist: 6 Dollar pro Maske werden verlangt! Ich überlege, ob das Coronavirus vielleicht von den Herstellern dieser Masken in Auftrag gegeben wurde, wäre ein bestimmt erfolgreiches Geschäftsmodell, und später frage ich mich, ob ich sofort nach Bekanntwerden des Virus Aktien eines solchen Herstellers hätte kaufen sollen, und wie viele Leute das wohl tatsächlich gemacht haben.

Am Murray River

28.02.2020: Die Fahrt entlang des Murray River führt durch ein gigantisches Anbaugebiet. Hier wächst alles Mögliche: Vornehmlich Wein, aber auch Orangen, Äpfel, Knoblauch… es gibt Felder mit Sonnenkollektoren und auf einer Plantage werden sogar Kricketschläger angebaut. Motorradfahrer wissen: Auf dem Motorrad erlebt man auch besonders die unterschiedlichen Gerüche unmittelbar. Meistens ist das sehr schön. Nur manchmal kippe ich fast vom Moped, wenn ich an einem verwesenden überfahrenen Känguruh vorbeikomme.

Self-Service Werksverkauf

Lake Boga liegt nahe dem Murray River und gleichzeitig mitten im Nichts. Im zweiten Weltkrieg hatte 1942 die japanische Armee die in Darwin und Broome stationierten Flugboote angegriffen, es gingen damals 16 Flugboote verloren. Lake Boga wurde auserkoren, um dort einen sicheren, gut erreichbaren Stützpunkt für die Reparatur der Flugbootflotte zu etablieren. Ich besuche das Museum direkt an dem 2×3 km großen, ovalen See. Im Museum findet sich eine Catalina A24-30, verschiedene Wasserflugzeugersatzteile wie Motoren, Propeller, Ruder, Flügelkomponenten, ein Harley-Davidson Militärmotorrad, ein Jeep sowie der erhaltene unterirdische Telekommunikationsbunker.

Nach der Besichtigung fahre ich gemütlich weiter nach Barham und übernachte in einem netten Motel am Fluss. Besonderes Highlight: in 200m Entfernung befindet sich ein Thailändisches Restaurant.

29.02.2020: Der Tag beginnt mit Wäsche waschen. Der örtliche Waschsalon liegt direkt neben der Bäckerei. So kann ich die Wartezeit mit Kaffee und Apfelkuchen überbrücken. Gestärkt geht es weiter. Ich folge weiter dem Murray River sowie einer alten Eisenbahnlinie bei Caldwell. Gleichzeitig bewege ich mich immer entlang der Grenze zwischen New South Wales und Victoria.

Es fährt kein Zug nach Nirgendwo

Am Lake Mulwala biege ich aber in südliche Richtung ab, denn dort findet sich endlich wieder mal etwas hügeligeres Gelände. Ich bin es langsam leid, mir immer nur auf schnurgeraden Straßen die Reifen eckig zu fahren. Und tatsächlich sitze ich am Abend schon in Myrrhee vor meinem Zimmer mit Blick auf die Hügel. Morgen gibt es Kurven zum Frühstück!

1.3.2020:
Es ist jetzt wirklich Sommer geworden hier. Die Umgebung hier im King Valley und in den Australischen Alpen wirkt ein bisschen wie in Südfrankreich. Sanft geschwungene Hügel, an deren Flanken wunderschöne Straßen gebaut wurden. Zwar wurde bei einigen dieser Straßen der Asphalt vergessen, aber davon lasse ich mich nicht abhalten. Ich umrunde den Lake Eildon Stausee auf der Skyline Road, auf der sich immer wieder der Blick auf den See öffnet. Im Laufe des Tages komme ich immer höher, an der höchsten Stelle zeigt das Navi über 1500 Höhenmeter an. Aus vielen Scenic Lookouts sind leider inzwischen Non Scenic Lookouts geworden, denn die Vegetation versperrt die Sicht. Ansonsten sieht es hier in manchen Bereichen aus wie in den Vogesen. Ab und zu stehen schwarze Kühe auf der Naturstraße. Ich lasse die Drohne steigen, so kann ich ein paar gute Bilder einfangen. Auf der Östlichen Seite der Bergkette ist die Landschaft total anders. Es ist einfach grün. Saftige Wiesen, Farne, Wald. Hier fährt man 140km über nen Berg, schon ist man in einer anderen Welt. Ich übernachte in Heyfield im Railway Hotel. Wo hier die Eisenbahn ist weiß ich nicht, denn ich freue mich so über den kalten Cider, dass ich keine Zeit habe, nach der Bahn zu suchen.

Lake Eildon von der Skyline Road

2.3.2020:
Es sind am Hinterreifen nach 7000 KM nur mehr 2 mm Profil übrig. Das reicht nicht für die noch vor mir liegenden 3500 KM. Nach einem Telefonat ist abgemacht: Morgen kriegt das Moped in Melbourne neue Schuhe. Den Weg dahin gestalte ich kurvenreich und komme durch Walhalla. Mein Name ist Ragnarök, denke ich, als ich das Ortsschild sehe. Doch von Wikingern ist in der alten Goldgräberstadt nichts zu sehen. Stattdessen hat man die Gebäude in Originaloptik renoviert. Außerdem scheint die Ortschaft ein Hotspot für Schulausflüge zu sein. Lautstark werde ich aufgefordert, einen Wheelie zu ziehen….Applaus!

Walhalla Star Hotel

Später statte ich dem Mt Baw Baw einen Besuch ab. Hier kann man im Winter Ski fahren, auch wenn es nur 1465 m hoch ist. Auch jetzt zeigt das Thermometer hier oben nur 5,5 Grad. Schnell wieder runter ins Tal, da ist es deutlich wärmer. Weiter geht’s die verbleibenden 60 KM nach Melbourne. Hier habe ich eine Hütte auf einem Campingplatz in der Nähe der Werkstatt für mich. Endlich kann ich die Spaghetti kochen, die ich seit einer Woche mit mir herumfahre, aber mangels Küche nicht kochen konnte.

3.3.2020:
It‘s Shoetime! Pünktlich um 10 bin ich am Ausgangspunkt meiner Australischen Etappe wieder angekommen. Während ich warte, quatsche ich mit einigen anderen Leuten, die grade ihre Motoräder abholen oder sich zur Vorbesprechung und Vorbereitung einer längeren Expedition treffen. Eine Gruppe fährt zwischen Mai und September von London aus die Road Of Bones auf Ewan McGregor und Charley Boorman’s Spuren. Der Preis ist heiss: Für 32.990 USD kann man mitfahren, wenn man sein eigenes Motorrad mitbringt. Wenn eine BMW 1250GS gestellt wird, kostet es den geringfügigen Betrag von 48.215 USD, doch der Platz ist schon vergeben.

Es stellt sich heraus, dass ich Charley um 2 Tage verpasst habe, als er von einer 2wöchigen Tasmanientour zurück kam. Der Mann scheint omnipräsent zu sein.

Mit einem Zentimeter Reifenprofil mehr mache mich wieder auf die Reise. In einem großen Bogen umfahre ich Melbourne.

Im Tarra Valley

Dann geht es durchs Yarra Valley und durchs Tarra Valley (wer hat sich diese Namen ausgedacht? Und gibt es auch ein Barra Valley, Darra Valley, Garra Valley usw.?) an die Küste nach Port Albert, einem der ältesten Häfen Victorias. Heute ist hier nur noch ein kleiner Fischereihafen übrig. Frischeren Fisch als hier wird es wohl kaum geben. Also bestelle ich im TakeAway das Unvermeidliche.

Der Film zu dieser Etappe:

4.3.2020:
Die Ausläufer des Zyklons über dem Northern Territory werden Regen in Richtung der Berge schicken, die ich heute als Ziel anvisiert habe. Am Morgen ist das Wetter an der 90 Mile Beach noch in Ordnung. Lädt zwar nicht zum Baden ein, aber Baden geht an diesem zu langen Strand sowieso nur an drei Stellen, und auch nur, wenn die Wasserwacht wacht. Gut aussehen tut es dennoch.

Ich steuere die Berge an. Bei Dargo fängt es richtig zu schütten an. Ich steige an Ort und Stelle im Dargo Hotel ab. Das Zimmer ist auf der anderen Seite der Straße im Motel. Hier hat man wirklich seine Ruhe, denn Handyempfang gibt es hier nicht. WiFi nur im Hauptgebäude.

Unbedingt reingehen!

Das Innere des Dargo Hotel ist absolut sehenswert: Stilecht bis hin zur Pipirinne am Tresen. An den Wänden ein kunterbuntes Allerlei bestehend aus Hunderten von Geldscheinen aus aller Welt, Aufkleber, Bierdeckel, Bierdosenisolationsumrandungen, alten Schildern usw. usw. Fehlt nur das Sägemehl auf dem Fußboden. Das Essen ist zünftig, es schmeckt auch den Einheimischen, mit denen ich bei einem netten Plausch einige Gläser Cider vernichte. Die neueste Neuigkeit: Toilettenpapier ist hier wegen Coronavirus jetzt rationiert, man kann maximal 4 Rollen pro Person und Einkauf erstehen. Wahnsinn!

5.3.2020:
Am Morgen ist grade mal eine Regenpause, als ich den fliegenden Teppich besteige. Auf der Dargo High Plains Road fängt es an, wie aus Eimern zu schütten. Rechts und links ist in den vergangenen Wochen alle Vegetation abgebrannt. Trotz des Regens riecht es noch etwas verbrannt. Irgendwie gespenstisch. Für Fotos habe ich aber keine Zeit, denn dafür müsste ich ja anhalten.

Regen, Regen, Regen

Ich bin froh, die B500 Great Alpine Road zu erreichen. Als ich in Mt Hotham die The General Bar betrete, läuft Wasser aus allen Klamotten und ich hinterlasse einen See. Ein heißer Tee und ein Salat auf Thai Art bringen die Lebensgeister zurück. Ich möchte aber nicht gerne über Nacht hier bleiben, es ist mir hier oben auf 1750m bei dem Regen einfach zu kalt. Ich buche mich für 2 Nächte im Tal ein. Leider muss ich diese auf 2 Unterkünfte verteilen, denn wegen einer Veranstaltung in Bright sieht es in Sachen Unterkunft nicht so gut aus. In Bright komme ich völlig durchweicht im Motel an. Da die Koffer am Moped offenbar nicht dicht sind, muss ich sämtliche Möbel im Zimmer als Trocknungsunterlage verwenden. Hoffentlich trocknen die Klamotten bis übermorgen. Eine heiße Dusche wirkt Wunder, die Laune bleibt gut.

6.3.2020:
Es klart auf. Meine Kleider sind aber leider nicht ganz trocken geworden. Da ich in meine nächste Unterkunft erst um 14:00 Uhr einrücken kann, gehe ich frühstücken. In Italien gibt es die kompliziertesten Bezeichnungen für Kaffee, und kein Außenstehender kennt so richtig die Unterschiede. Pragmatisch wie die Australier sind, wird Kaffee hier nach drei Parametern bestellt und serviert: Länge (kurz oder lang), Farbe (schwarz oder weiß), Orientierungswinkel (flach oder nicht flach), frei kombinierbar. Kurz und schwarz, lang und schwarz, kurz und weiß, alles ist möglich. Flach und weiß in einer großen Tasse ist mein Favorit. Dazu gibt es Toast aus Sauerteig mit pochierten Eiern, gebratenen Speck und Rauke.

Frühstück

Den Nachmittag verbringe ich in Mt Beauty auf einer Hollywoodschaukel mit Aussicht im Garten der Unterkunft. Am Abend sind meine Kleider wirklich wieder trocken.

7.3.2020:
Die Kleider sind trocken, die Sonne scheint, und mir scheint, dass es heute so bleibt. Ein guter Tag, um sich den mit 2228 m höchsten Berg auf dem australischen Festland aus der nächsten Nähe anzusehen, die man auf einer Straße erreichen kann. Der Mount Kosciuszko liegt im gleichnamigen Nationalpark. Eine gute Sicht auf den Berg hat man von Charlotte Pass, der höchsten permanent bewohnten Siedlung Australiens. Der Berg sticht nicht unbedingt als höchster Berg ins Auge, die Gipfel verschiedener Berge mussten umbenannt werden, um auch wirklich den höchsten Berg mit dem richtigen Namen zu ehren. Am Abend habe ich die Great Dividing Range überquert und auf dem Weg Richtung Pazifik mache ich Halt in Cooma.

Mount Kosciuszko

8.3.2020:
Es geht ans Meer. Nachdem die ersten Kilometer mit 10 Grad auf über 1000m Höhe noch recht kühl sind, wird die Luft immer wärmer, je näher ich zum Meer komme. Vom Fred Piper Lookout geht es in wunderschönen Serpentinen abwärts zum Strand. In Tathra genieße ich die Sonne am Strand der Boulder Bay.

Tathra / Boulder Bay

Aufziehende Bewölkung bewahrt mich dann aber vor einem Sonnenbrand und der aufkommende kühle Wind bläst mich an, während ich an der Küstenstraße, dem Princes Highway, nach Norden fahre. So bekommt die Bezeichnung „Sommerfrische“ eine ganz eigene Bedeutung.

9.3.2020:
Da das Wetter nicht unbedingt zum Baden im Meer einlädt, unternehme ich heute eine Exkursion durch das verbrannte Deua River Valley. Hier in diesem etwas abseits gelegenen Tal hat das Feuer eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Zwischen den Bäumen stehen verbrannte Ruinen von Farmhäuser, Rastplatzhütten und Scheunen herum. Doch die Natur ist schon dabei, sich wieder zu berappeln. Aus den verkohlten Bäumen sprießen neue Ableger, die der Regen der letzten Tage nach außen treibt. Dennoch riecht es immer wieder verbrannt. Und auch die Straße hat gelitten. Eine verbrannte Brücke ist durch eine Furt ersetzt worden, so muss ich etwa 15 Meter durch 20cm tiefes Wasser fahren. Gut, dass ich keine Harley ausgeliehen habe!

Leben nach dem Feuer

Am Nachmittag erreiche ich Canberra. Wie beschreibt man Canberra am Besten? Während beispielsweise Adelaide einen großen Park HAT, kann man sagen, dass Canberra ein großer Park IST. Ich verschaffe mir erstmal einen Überblick über die Stadt, indem ich auf den Mount Ainslie fahre. Von hier oben kann man sehen, wie die Stadt geplant wurde. Unter Berücksichtigung der geografischen Lage wurde die Stadt am Reißbrett geplant. Der Entwurf der Eheleute Griffin hatte sich in einem Gestaltungswettbewerb durchgesetzt, doch es waren wohl die veranschaulichenden Grafiken von Marion Mahony Griffin, die den Ausschlag für den Sieg gegeben haben. Das ist umso beeindruckender, wenn man sich vor Augen hält, dass die Entwürfe ausschließlich basierend auf Karten erstellt wurden, und zwar von Chicago aus, ohne je in Australien gewesen zu sein.

Canberra

10.3.2020:
Nach einer Nacht in einem höhlenartigen Zimmer fahre ich wieder zurück ans Meer. Das dauert nicht besonders lange, nur etwa drei Stunden. Die Sonne scheint schon beim losfahren und am Strand ist es wärmer als in der hoch gelegenen Hauptstadt. In Huskisson nehme ich mir eine B&B Hütte. Das ist eine kleine Hütte, in die man einige Lebensmittel zum Do-It-Yourself Frühstück gebracht bekommt. Hatte ich so auch noch nicht. Was die mir wohl bringen? Der allergrößte Vorteil an der Hütte, vom Whirlpool im Schlafzimmer abgesehen, ist die absolute Strandnähe, die nutzbare Wäscheumrührmaschine und der Parkplatz 5 Meter neben dem Bett. Außerdem ist dieses alles ziemlich neu und modern eingerichtet. Hier bleibe ich zwei Nächte, bevor ich nach Sydney fahre.

Der Film zu dieser Etappe:


11.3.2020: E.T. am Morgen. Dann Frühstücken. Wäsche waschen. Strand. Füße hochlegen. Perfekt!

Frühstück

Der Plan für morgen: Ich fahre ich durch die Blue Mountains nach Sydney. Oder ist das zu riskant, soll ich mich von der Coronaviruspanik anstecken lassen? Ich gehe es rational an und recherchiere bei der WHO https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd. Stand heute gibt es in Australien 92 Fälle. Es ist wahrscheinlich risikoreicher, wieder nach Hause zu fliegen, als in Sydney einen Stadtbummel zu machen. Also werde ich beides tun.

12.3.2020:
Ich stehe zeitig auf und frühstücke gemütlich in Gesellschaft hübscher, aber frecher Papageien, die mir meinen Toast stehlen wollen. Ich muss mein Frühstück energisch gegen sie verteidigen, bis sie aufgeben. Enttäuscht machen sie sich ein paar Zeichen und fliegen davon. Ich tue es ihnen gleich und fahre auch los. Am Cambewarra Mountain Lookout mache ich den ersten Halt. Die Aussicht hier ist der Hammer, aber es soll später am Tag noch besser werden. Durch das Kangaroo Valley schwingt sich die Straße bis zu den Fitzroy Falls. Über 80 Meter rauscht das Wasser den schwindelerregend steilen Abgrund hinunter. Dann erreiche ich die Glenbrook Gorge, hier in den Ausläufern der Blue Mountains finden sich schon spektakuläre Ausblicke am Ross Lookout und Chalmers Lookout, an denen Einheimische ihr Sofa im Wald an der Klippe positioniert haben. Ich fahre weiter ins Herz der Blue Mountains. Am sträflich ungesicherten Lincolns Rock lasse ich die Drohne kurz steigen, dann geht es weiter zum Sublime Point Lookout, beide sind so einsam wie spektakulär. Die Masse der Leute fährt offenbar direkt zu den Three Sisters, einer ikonischen Felsformation, die über den unendlichen Eukalyptus- und Teebaumwäldern thront. Um den Menschenmengen ein noch schöneres Erlebnis zu bieten, wird das Besucherzentrum renoviert und erweitert. Da es aber schon einigermaßen spät am Nachmittag ist, ist nicht mehr so viel los und ich kann ein schönes Foto machen.

Three Sisters

Mit Volldampf geht es nun über die Landstraße nach Sydney. Ich nehme den etwas längeren, aber malerischen Weg (Bells Line Of Road) und checke um 19:00 im Hotel ein. Zimmer mit Aussicht für 2 Nächte ist gebucht.

Sydney Harbour

13.03.2020:
Wenn man Sydney an einem Sommertag mit dem Motorrad erkunden will, dann macht man das am Besten, indem man das Motorrad in der Tiefgarage lässt und öffentliche Verkehrsmittel und einen HopOn/HopOff Bus nutzt. So wird man nicht plattgefahren, verschleisst die Kupplung durch Im-Stau-Stehen nicht, kann die ganze Zeit kurze Hosen tragen und Fotos aller Sehenswürdigkeiten aus dem Cabriobus machen. Und auf dem Weg zurück ins Hotel kann man noch im Supermarkt vorbeilaufen und Proviant für den nächsten Tag einkaufen. Genial!

Am Abend bedanke ich mich bei allen, die heute besonders an mich gedacht haben!

Danke! 💚

14.3.2020:
Ein Blick aus dem Fenster und die Wettervorhersage verrät: schon wieder Regen! Ein Blick in die Emails verrät: Singapore Airlines hat meinen für übernächste Woche geplanten Weiterflug von Singapore nach Frankfurt gestrichen. Ätzend! Das Einzig Gute: wenn ich wegen Regen im Hotelzimmer sitze, dann kann ich mich um Alternativen kümmern.

15.3.2020:
Wie ich nun übernächste Woche nach Hause komme, das wird sich wohl erst nächste Woche herausstellen. Einstweilen könnte ich bis Brisbane fahren. Doch das nächste Sonnenfenster auf der Strecke zwischen Newcastle und Brisbane geht voraussichtlich erst am Dienstag auf. Also cool bleiben, das Reisebüro kümmert sich, und ich bleibe die nächsten zwei Nächte in Swansea. Heute geht’s hier wettermäßig wieder. Da kann ich mir in Ruhe die Fotos ansehen, die ich in Sydney gemacht habe. Vielleicht kann ich mich auch von meinen Sorgen um meine Liebsten etwas ablenken. Einstweilen verfolge ich die Meldungen in den Nachrichten. Die Krise zeigt einige Menschlichkeiten auf, die zum Nachdenken anregen. Alle die, die 50 Packungen Nudeln und eine Palette Klopapier im Keller haben, können mal darüber nachdenken, was in den Millionen Menschen vorgeht, die vor Krieg und Hunger fliehen. Ohne menschlichen Zusammenhalt lässt sich eine solche Krise nicht bewältigen.

16.3.2020:
Kurzer Ausflug in die wenig besuchte Mall. Hände in den Taschen und immer schön Abstand halten. Sanitizer bleibt ausverkauft. Haferflocken sind auch Mangelware. Krass!

17.3.2020: Ich fahre so weit es geht und entsprechend dem Regenwetter Richtung Norden. Bei Port Macquarie hört der Regen kurz auf, aber das ist nur von kurzer Dauer. Laut WetterApp soll aber von hier nordwärts ab morgen die Sonne wieder scheinen. Was das betrifft sind die Aussichten ganz gut. Die Situation bezüglich Rückflug ist allerdings weiterhin ungeklärt, bei den Fluggesellschaften herrschen Chaos und Überlastung, so dass man momentan niemanden erreicht. Und da sich die Situation stündlich ändern kann, fahre ich einfach mal weiter, so dass ich in Brisbane auf Abruf bereitstehe, wenn sich eine Lösung gefunden hat.

Regenpause

18.3.2020:
Der Tag begrüßt mich mit Sonnenschein. Endlich! Ich nehme den Waterfall Way, der sich seinen Namen redlich verdient hat. Newell Falls, Sherrard Falls, Dangar Falls, Ebor Falls ….. Auf der Hochebene / Great Dividing Range fahre ich weiter Richtung Norden. In Tenterfield nehme ich mir ein Zimmer. Noch 290km bis Brisbane. Wenn es schnell gehen muss, bin ich in wenigen Stunden am Flughafen. Doch das Reisebüro hat noch kein Update bezüglich Ersatz des für den 25. gebuchten Flug. Bis morgen Abend hätte ich gerne ein Update von denen.

Dangar Falls mit Regenbogen 🌈

19.3.2020: Corona im Hotel! Ich stehe früh auf und trete die letzte Etappe nach Brisbane an. Nach schönen und kurvigen Straßen auf der Lions Road erreiche ich Queensland, wodurch ich eine Stunde Zeit durch Umstellung geschenkt bekomme. Als ich am frühen Nachmittag im Hotel am Flughafen Brisbane ankomme, stellt sich heraus, dass sich im Hotel Corona befindet!

My Corona

Ich packe meine Sachen vom Moped ins Zimmer. Jetzt noch beim Vermieter das Moped abgeben, dann bin ich bereit zum Abflug. Wenn ich nur schon wüsste, mit welcher Maschine! Die Rückgabe des Motorrades läuft reibungslos. Die Vermietstation ist 25km außerhalb, aber Joe bringt mich zum Bahnhof und mit Zug und Boot fahre ich zum Hotel durch die Dämmerung, die Brisbane in ein malerisches Lichtschauspiel taucht.

Brisbane

20.3.2020:
Nach etlichen Fragezeichen und einem nächtlichen Buchungsmarathon ist es geklärt: Wenn alles gut geht, werde ich schon am Samstag in München landen. Flug über Abu Dhabi. Mir ist es sogar gelungen, Plätze am Notausgang zu reservieren. Besser geht es doch gar nicht!

Bei meiner Ankunft in Melbourne vor 2 Monaten war die Erfahrung in Sachen Gastfreundschaft schon so sehr positiv gewesen. Mit einem weiteren Highlight der australischen Großzügigkeit geht meine Tour hier zu Ende: Ich möchte mein Zimmer gerne den ganzen Tag behalten, so dass ich mich vor dem Abflug nochmal frisch machen kann. An der Rezeption freut man sich mit mir, dass ich noch einen Flug gefunden habe, der mich gut nach Hause bringen wird. Für 20 AUD kann ich das Zimmer behalten. Dankeschön, das ist aber nett! „No Worries, Mate! Safe Travels!“ klingt es mir zum Abschied nach.

10955 km

21.3.2020:
München, 13:00. Etihad Airways Flugnummer EY3 landet sicher am Flughafen Franz Josef Strauß. Es regnet bei 3 Grad. Kurz darauf bin ich Zuhause. Jetzt müssen wir nur noch nach Stuttgart fahren.

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Veröffentlicht von golem1303

Born to Ride - Forced to Work

18 Kommentare zu „Feuer und Regen – Von Melbourne nach Brisbane

  1. Great Ocean Road ist toll. 👍 Uns wurde erklärt das 4 der 12 Apostels schon vor Jahren zusammengefallen sind und im Meer verschwunden 😉 Darum nur noch 8 😂 Na ja eins ist sicher… Guides Lieben es Späße zu machen!!! Weiterhin eine fantastische Reise für dich 🤗

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    1. Hi Muriel, schön, dass du virtuell mitfährst! Guides lieben es Späße zu machen – darum mache ich eine self-guided Tour. Die besten Witze sind ja bekanntlich die, über die man selber lacht 🤣

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      1. Ja ich fahre ganz begeistert mit !!!👍 und schwelge in Erinnerungen. Viel Spaß und tolle Eindrücke weiterhin. 🤗

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  2. Also das Video vom singenden Bienenkorb dauert eindeutig zu lange. Meine Güte! :O Coronavirus als Marketingmaßnahme der Hersteller medizinischer Ausrüster?! A L T E R ! ! ! 😀

    Ansonsten sieht das schon sehr beeindruckend aus. N bisschen leer das Ganze da 🙂

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      1. Dann müssen wir an Deinem kreativen Workflow arbeiten *lach*. Schön zu lesen, dass es Dir gut geht auf deiner beeindruckenden Reise. *daumenhoch*

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  3. The Lady that presents the Channel 9 News in Melbourne was up in Bright today as well. She should have had you as part of the Weather Broadcast. „I’m wet down to my underpants“….

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  4. Lieber Ulf,
    von Jürgen und mir alles Liebe zu Deinem Geburtstag! Gilt noch, in Deutschland hast Du noch Geburtstag 🙂
    Pass auf Dich auf und komme gut zurück nach Deutschland. Genieße vorher aber auf jeden Fall die letzten Tag Deiner großen Reise…
    Alles Liebe – fühle Dich umarmt,
    Andrea & Jürgen

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    1. Hallo Ihr Lieben, vielen Dank für die Glückwünsche! Ich freue mich, dass ihr an mich gedacht habt! Ich hoffe, dass die Rückreise ohne Komplikationen abläuft. Sonnige Grüße, Ulf

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  5. Hallo Ulf,
    herzliche Glückwünsche nachträglich. Bin Dir wirklich begeistert gefolgt und hoffe, dass Du nach diesen Erlebnissen den Einstieg in die veränderte Welt zuhause finden kannst.
    Tolle Reise. Vielen Dank fürs teilen

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    1. Thanks Lionel, I am glad to be safe at home again. Today UAE closed the airports, so it looks like I catched one of the last remaining flights – otherwise today I would be stranded. Hope you are well! Stay safe!

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